Lokales

Börsennacht mit kurzweiligem Ausflug in die Eurozone

Hameln (geö). Bilanzen, Analysen, Promireferent und Erfahrungsaustausch – das ist der bewährte Mix der Börsennacht der Stadtsparkasse Hameln. Zum 13. Mal hatte das heimische Kreditinstitut rund 500 Gäste ins Theater eingeladen. Und eine bessere Unterhaltung als den Auftritt des fernsehbekannten Börsenexperten Folker Hellmeyer hätte SSK-Vorstandschef Alois Drube seinem „Publikum“ nicht präsentieren können: Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, gehört zu jenen Vertretern der Finanzzunft, die kein Blatt vor den Mund nehmen.

Doch bevor der temperamentvolle Gastredner die Eurozone unter die Lupe nahm, informierte Alois Drube die Gäste über die Entwicklung der Stadtsparkasse im vergangenen Jahr. Es sei ein „weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr“ gewesen. In einem recht schwierigen Umfeld erzielte die Stadtsparkasse laut Drube ein positives Ergebnis: „Wir konnten die bilanziellen Geldanlagen unserer Kunden mit knapp ein Prozent auf rund 520 Millionen leicht steigern.“ Im Wertpapiergeschäft indes waren aufgrund der Unsicherheiten in Europa und den stark schwankenden Märkten leichte Rückgänge zu verzeichnen. Erfreulich sei die Entwicklung im Kreditgeschäft verlaufen. Hier konnten Neuzusagen in Höhe von rund 46 Millionen Euro gegeben werden, was auf die positive konjunkturelle Entwicklung im heimischen Mittelstand verweise. „Das ist der höchste Wert in den letzten fünf Jahren“, so Drube. Das Betriebsergebnis vor Bewertung lag bei über sieben Millionen Euro und stelle ein „sehr respektables Ergebnis“ dar. Die Stadtsparkasse Hameln hat derzeit rund 60 000 Kunden und weist eine Bilanzsumme von 760 Millionen Euro auf.

Dann gehörte die Bühne dem Gastredner. In ein ganz anderes, weitaus positiveres Licht als normalerweise üblich rückte Finanzexperte Folker Hellmeyer die stark ins Wanken geratenen Euroländer. „Ich oute mich: Mein Vortrag ist ein Credo für Europa. Meine Kollegen malen ein Bild, das sehr weit entfernt ist von der Realität“, betonte Hellmeyer. Die Eurozone sei besser als ihr Ruf und die viel zitierte Krise bedeute immer auch – so die Übersetzung des griechischen Wortes – eine Chance haben. Der Gast brach eine Lanze für Griechenland („Wir gehen mit diesem Staat liederlich um. Die haben schon viele Sparanstrengungen unternommen.“) und Irland („Das Land wurde unter den Euro-Schutzschirm gezwungen, obwohl dem Land liquide Mittel in Höhe von 47 Milliarden Euro jederzeit zur Verfügung standen.“), Spanien und Italien. Die Herabstufungen durch die in den USA ansässigen Ratingagenturen nannte Hellmeyer schlichtweg lächerlich. „Hier geht es nur um Macht.“ In der Gesamtverschuldung liege die Eurozone unterhalb der von Großbritannien, USA und Japan. Hellmeyer zog gegen die „Halbwahrheiten, die gegen Europa produziert werden“ ins Feld. „Ich bin hier der Meinung, dass wir das Thema Europa schneller aus dem Fokus bekommen als es viele erwarten“, lautete Hellmeyers ungewöhnlich optimistische Prognose.

Artikel vom 10.02.2012 - 17.17 Uhr
drucken
Diesen Artikel versenden


   
versenden
Startseite | Szene | Termine | Prospekte | Mediadaten | Impressum
Hamelner Markt  |  Journal am Sonntag  |  Pyrmonter Rundblick
© Weser-Region Werbeverlag GmbH