Lokales
CMP ist jetzt ebenfalls pleiteDer Geschäftskatalog der CMP AG. Das Cemag-Nachfolgeunternehmen hat jetzt Insolvenz anmelden müssen.
Dessau/Hameln (geö). Der Pleitegeier macht auch vor dem Cemag-Nachfolgeunternehmen CMP AG nicht halt: Die Cement and Mining Processing AG hat Insolvenz anmelden müssen. Rund 60 Mitarbeiter an den Standorten in Dessau, Springe und Hameln sind von der Pleite betroffen. Die Beschäftigten wurden am Montagabend über das Insolvenzverfahren informiert. „Es sind momentan keine Entlassungen vorgesehen. Wir versuchen, die laufenden Geschäfte weiter aufrechtzuerhalten“, teilt Insolvenzverwalter Dr. Lucas Flöther von der in Halle ansässigen Kanzlei „Flöther & Wissing“ auf Anfrage mit. Vordringliches Ziel sei die Stabilisierung des Geschäftsbetriebes.
Riesige Außenstände brachten die CMP AG an den Rand des Ruins. An Aufträgen habe es nach Auskunft des Insolvenzverwalters nicht gemangelt. Externe Gründe seien für das Debakel verantwortlich. „Die Bücher waren voll, doch die Kunden, vor allem im arabischen Raum, haben nicht gezahlt“, so Flöther. Er will nun mit den Auftraggebern und Lieferanten das Gespräch suchen, um wenigstens einen Teil der Außenstände hereinzuholen. Kein leichtes Unterfangen angesichts der größtenteils im Ausland sitzenden Auftraggeber. „Notfalls setze ich mich ins Flugzeug“, sagt Flöther.
Das Cemag-Nachfolgeunternehmen der Gebrüder Fard hatte Fördergelder vom Land Sachsen-Anhalt erhalten. Auch die Cemag Group kam in den Genuss beträchtlicher Fördermittel. Nach deren Insolvenz im August 2009 hatte die Staatsanwaltschaft Hannover Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue und der Verschiebung von Unternehmensvermögen aufgenommen. Zudem erstatteten zahlreiche Handwerkerfirmen, die auf offene Rechnungen sitzen geblieben waren, Anzeige gegen die früheren Cemag-Chefs Ali Memari und Akbar Memari Fard.
Der Niedersächsische Landesrechnungshof ging mit der Landesregierung hart ins Gericht. Dem Wirtschaftsministerium wird vorgeworfen, dass in drei von fünf Fällen die Förderung an das Hamelner Unternehmen in den Jahren von 2004 bis 2009 nicht gerechtfertigt gewesen sei. Bei den genannten Fällen geht es um Subventionen von mehr als 1,2 Millionen Euro.
Cemag-Nachfolger hat Insolvenz angemeldet