Lokales

Ein Runder Tisch zur „Klimaverbesserung“

Hameln (geö). Ein neuer Anlauf wird genommen, die Querelen um den Hamelner Weihnachtsmarkt vielleicht doch noch zu den Akten legen zu können. Doch zunächst geht es darum, die zerstrittenen Akteure des Großereignisses überhaupt zusammenzubringen – kein leichtes Unterfangen. Doch Ratsherr Jobst-Werner Brüggemann als Initiator des Runden Tisches ließ nicht locker. „Es gibt ein einstimmiges politisches Votum, solch einen Tisch einzurichten. Wenn wir zielorientiert vorgehen wollen, gibt es keine andere Möglichkeit“, so Brüggemann. Der Vorsitzende des Ausschusses für Recht und Sicherheit wurde im Rathaus mit seinem Anliegen vorstellig und legte ein gemeinsam mit Wolfgang Kaiser, dem früheren Fachbereichsleiter Planen und Bauen bei der Stadt, ein detailliert ausgearbeitetes Themenpapier vor. Doch für die Verwaltung ist das nur ein „Positionspapier“, urteilt Stadträtin Gaby Willamowius. Es gebe sehr unterschiedliche Interessenlagen, die allesamt Gehör finden sollen, um Konsensvorschläge zu erarbeiten. Die Stadt wird drei Handlungsfelder auf die Tagesordnung setzen: Unter die Lupe genommen werden sollen Gestaltung und Atmosphäre sowie die Organisation des Weihnachtsmarktes.

Allerdings wird zum Runden Tisch nicht das Rathaus, sondern die Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) einladen, die im Auftrag der Stadt den alljährlichen Budenzauber rund um die Marktkirche organisiert. Und war Wolfgang Kaiser ursprünglich von der Politik als Moderator vorgeschlagen, so wird nun HMT-Chef Harald Wanger die – wie er sagt – „Sitzungsleitung“ übernehmen. „Wir brauchen keinen Moderator oder Mediator.“ Der sei nur notwendig, wenn sich feindliche Parteien gegenüberstehen. Die Einrichtung eines Runden Tisches diene der breiten Abstimmung der am Weihnachtsmarkt beteiligten Akteure. „Ich bin mir nicht sicher, ob wir uns nachher alle in den Armen liegen werden“, dämpft Wanger allzu hohe Erwartungen. „Doch darum geht es auch nicht.“ Vielmehr müsse überlegt werden, wie die Veranstaltung Weihnachtsmarkt vorangebracht werden könne. Tabuthemen gebe es nicht. Es könne über alles geredet werden, versichert Gaby Willamowius. Von der Standgröße über die Abstände der Stände bis hin zur Gestaltung. Allerdings habe der Runde Tisch nur eine beratende Funktion. „Er kann keine Beschlüsse fassen“, betont die Stadträtin. Gleichwohl würde man sich im Rathaus guten Ideen nicht verschließen, insofern sie im Einklang mit den rechtlichen Vorgaben stehen würden. Für Willamowius steht fest: „Es wird auch weiterhin immer Gewinner und Verlierer geben, da wir doppelt so viele Bewerber wie zu vergebende Standplätze haben.“

Zu dem Runden Tisch, der sich fest etablieren und jedes Jahr als Nachlese zum Weihnachtsmarkt Mitte Februar stattfinden soll, werden laut Wanger je zwei Vertreter der Stadt, der Beschicker, des Stadtmarketings, der Geschäftsanrainer, der IG Weihnachtsmarkt, der Kirche und die Vorsitzenden der Ratsfraktionen teilnehmen. Eine beratende Funktion fällt Wolfgang Kaiser zu. Während Stadträtin Willamowius sich durch den Runden Tisch eine Klimaverbesserung zwischen den Akteuren verspricht, geht es nach Brüggemann darum, „Gräben, die aufgerissen wurden, wieder zuzuschütten“.

Streit um den Weihnachtsmarkt soll beigelegt werden

Artikel vom 31.01.2012 - 15.37 Uhr
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