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Fahrt zur Demo gegen die AtomkraftwerkeWie im Februar in Hameln rufen die Gegner zur großen Demo gegen die AKW auf. Foto: om
Hameln-Pyrmont (nl/red). Im September will die Bundesregierung über die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken entscheiden. Deshalb mobilisieren Atomkraftgegner wieder bundesweit, um die Volksvertreter in Berlin wach zu rütteln. Auch der BUND Hameln ruft zusammen mit dem Anti-Atom-Plenum-Weserbergland, den regionalen Gliederungen von SPD, Bündnis 90/Grünen, Piraten-Partei, MLPD und Gewerkschaften zur Teilnahme an der Großdemonstration am Samstag, 18. September, auf. Die Weserbergländer wollen sich gemeinsam mit etlichen Tausenden Gleichgesinnten aus der gesamten Bundesrepublik rund um das Regierungsviertel aufstellen, um ihrer Forderung Gehör zu verleihen: „Atomkraft muss ein Auslaufmodell bleiben. Sonne, Wind und Wasser plus Energieeffizienz gehört die Zukunft.“
„Strom ist genug da. Das Bundesumweltministerium hat es vorgerechnet: Wir können aus der Atomkraft aussteigen und auf neue Kohlekraftwerke verzichten, ohne dass der Strom knapp wird“, sagen die Atomkraftgegner. Und weiter: Würden keine Atomreaktoren ausgeschaltet, gäbe es sogar zu viel Strom auf dem Markt. Die Atomkonzerne würden dann noch stärker die Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung behindern. Die Energieversorgung steht an einem Scheideweg. „Mit einer mutigen und vorausschauenden politischen Entscheidung kann sie langfristig klimafreundlich und ohne Jahrtausende strahlenden Abfall zu produzieren, gesichert werden und birgt zudem die Chance auf neue Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum für viele statt nur für einzelne. Alleine in 2009 sind auf dem Sektor der Erneuerbaren Energien 22 000 neue Arbeitsplätze entstanden, während die Beschäftigungszahlen in der Atomindustrie seit Jahren auf 30 000 stagnieren. Angesichts dieser Fakten stellt sich die Frage, warum die Bundesregierung dennoch Laufzeitverlängerungen für notwendig hält?“, schreibt das Anti-Atom-Plenum-Weserbergland.
Das Handelsblatt berichtete vor kurzem, EON, EnBW, RWE und Vattenfall hätten der Bundesregierung 30 Milliarden Euro angeboten, um im Gegenzug eine Verlängerung der Laufzeiten und einen Verzicht auf die Einführung einer Brennelemente-Steuer zu erwirken. Die Süddeutsche Zeitung hatte erfahren, die Bundesregierung diskutiere eine unbefristete Laufzeitverlängerung, gekoppelt an das Abschalten nur einzelner, älterer Kraftwerke und einer Erhöhung der Sicherheitsbestimmungen.
Laufzeiten wie auf einem Basar anbieten?
Zwischenzeitlich wurden sogar Stimmen laut, die Laufzeiten wie auf einem Basar zum Kauf anbieten wollten. „Klammheimlich wurde die Laufzeit des maroden AKW Biblis legal um ein Jahr verlängert, indem RWE im Juli einen Teil der Reststrommengen aus einem stillgelegten Meiler in Mühlheim-Kärlich auf den Block in Hessen übertrug. Dieses Spiel mit der Sicherheit der Bevölkerung und dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen für die nachfolgenden Generationen halten wir Atomkraftgegner für unverantwortlich und korrupt“, so die Gegner.
Die Weserbergländer Atomkraftgegner setzen Busse zur Großdemonstration ein. Abfahrt ist um 6 Uhr am Hamelner Bahnhof, Rückkehr um etwa 1 Uhr. Die Kosten belaufen sich auf zehn Euro für Schüler, Studenten, Azubis, Hartz-IV-Empfänger und Geringverdiener, für alle anderen auf 20 Euro und für alle, die einen Solidaritätsbeitrag leisten wollen, auf 30 Euro. Um eine Spende zur Deckung der Kosten wird gebeten.
Anmeldungen nimmt Francisco Pujiula vom BUND Hameln unter (0 51 51) 1 36 71 oder umweltzentrum-hameln@online.de entgegen.
Umzingelung des Regierungsviertels am 18. September