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„Horse und Dog Trail“ war der HöhepunktGemeinsames Aufwärmen auf dem Platz. Fotos: git
Hameln (git). Es scheint so, als sitzen die Reiter entspannter und lockerer in ihren Sätteln als bei der englischen Reitweise. Auffällig der große Cowboyhut und die von Weitem in der Sonne glitzernden Paillettenoberteile einiger Reiterinnen. Fernab vom Turniertrubel grast der sechsjährige Wallach Leo friedlich in seinem mobilen Paddock (Pferch), dicht daneben steht ein Wohnmobil, ein gedeckter Kaffeetisch wartet auf seine Gäste.
Familie Sader war extra aus Göttingen zum zweitägigen Westernreitturnier des Reitervereins Hameln angereist, hatte sich gemütlich eingerichtet und blieb bis Sonntag. Für den Augenblick hatte Reiter Uwe Saders Pause und die Familie genoss das freizügige Lagerleben. Mit den Göttingern waren es etwa 50 Reiter, die sich mit Pferd und mobiler Unterkunft auf der großen Wiese hinter dem Vereinsgelände beim Camping häuslich eingerichtet hatten. „So etwas gehört einfach bei uns Westernreiter dazu“, erklärte Uwe Sader. „Wenn das Pferd an solch einen einfachen Paddock gewöhnt ist, ist das auch kein Problem.“ Am Reitplatz ging es derweilen sehr geschäftig zu. Reiter bekamen Schleifen und Pokale ausgehändigt, Zuschauer klatschten Beifall, Interessenten stöberten an den Verkaufsständen für Reit- und Hundeartikel. Wer bisher nichts mit dem Reitsport zu tun hatte, hatte nun Gelegenheit, unverbindlich in diese Welt hineinschnuppern.
Insgesamt waren es 127 Reiter, die sich für das „EWU C Westernreitturnier“ (Europäische Westernunion) des Hamelner Reitervereins angemeldet hatten, viele von ihnen starteten in mehrfachen Disziplinen. Das Turnier wurde mittlerweile zum vierten Mal von den Hamelnern ausgerichtet. Im sorgfältig durchorganisierten Zeitplan von Turnierleiterin Claudia Mai waren Samstag und Sonntag von morgens bis nachmittags Turnierprüfungen vorgesehen, zwischen vier und 22 Teilnehmer hatten sich für 17 Prüfungen angemeldet. In den Leistungsklassen eins bis fünf konnten sich die Reiter für die Disziplinen „Showmanship“, „Trail“, „Reining“ oder „Pleasure“ entscheiden. Bewertet wurden je nach Disziplin die Ausführungen des Pattern (Abfolge von mehreren Manövern), die natürlichen Bewegungen des Pferdes/ Ponys in den drei Grundgangraten, der Typ und die Qualität des Körperbaus sowie der Gesamteindruck von Pferd und Reiter. Besonderer Höhepunkt und Zuschauermagnet war das „Horse und Dog Trail“ am Sonntagnachmittag. In dieser Disziplin geht um die harmonische Zusammenarbeit von Pferd, Hund und Reiter.
Für die Hamelner gingen in diesem Jahr fünf Teilnehmer an den Start, unter ihnen erstmals auch Felicitas Mai. Fee startete auf ihrem Pferd Little Smooth Boy im „Western Pleasure“, „Horsemanship“ und „Trail“. „Ich finde der Wettbewerbsdruck ist beim Westernreiten nicht so stark, alles läuft entspannter ab“, sagte die junge Reiterin. Für das leibliche Wohl des Turniers sorgten Freiwillige des Hamelner Reitervereins – keine Aufgabe zum Ausschlafen denn es das bedeutete: Ab sechs Uhr frische Brötchen und dufteten Kaffee auszugeben.
Auch das Lagerleben lockte zum Westernreitturnier