Lokales
Nach Bayern: Soll Rauchverbot jetzt ausgedehnt werden?Hameln-Pyrmont (nl). Die Bayern haben sich für das strengste Rauchverbot in Deutschland entschieden. Wir wollten von Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, wissen, was Sie von diesem Verbot halten. Sollte es Schule für alle Bundesländer machen? Hier Ihre Meinungen:
Gabriele Best aus Fischbeck sagt: „Deutschland hinkt anderen Ländern hinterher, was das Rauchverbot betrifft. Ich kann nicht nachvollziehen, warum das am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Nichtraucherschutzgesetz zum 14. Juli 2009 mehrfach geändert wurde. Volkswirtschaftlich beläuft sich der Schaden auf um die 50 Milliarden Euro im Jahr. Diese Summe wird bei Weitem nicht über die Tabaksteuer eingenommen. Argumente und Äußerungen, wie die von Ingrid Hartges und Sebastian Brehm, sind absoluter Nonsens. Die Kneipen, Bars, Restaurants etc. sind immer noch, trotz Rauchverbot, gut besucht. Leider, so musste ich feststellen, erlauben oder tolerieren viele Gaststätten und Eiscafés Rauchen im Außenbereich. Tabakrauch ist nachweislich ein vermeidbarer Schadstoff, der über 70 krebserregende Substanzen enthält oder zum Teil zumindest in Verdacht steht. Er ist die Hauptursache für Lungenkrebs, Ursache für weitere Tumore und viele andere Krankheiten. Ungeborene im Mutterleib nehmen die gefährlichen Stoffe bereits über die Nabelschnur auf. Kinder und Jugendliche, deren Organismus noch nicht ausgereift ist, sind durch Passivrauchen besonders gefährdet. Menschen, die am Arbeitsplatz durch rauchende Kollegen/Kolleginnen gefährdet sind, können diesen nicht einfach verlassen. Da kommt Panik auf, wenn die Medien über Grippe-Epidemien berichten. In Europa starben im Jahr 2009, nach Zahlen des EU-Seuchenkontrollzentrums ECDC, rund 250 Menschen an der Schweinegrippe, mehr als die Hälfte davon in Großbritannien. Weltweit wurden etwa 6000 Todesfälle gemeldet. Demgegenüber stehen jährlich weltweit etwa, laut WHO, 5,4 Millionen Rauchertote. Es ist ein Hohn, dass Nichtraucher, da die meisten Raucher uneinsichtig sind, nicht schon längst durch Gesetze geschützt wurden.“
Steffi Szczepaniak aus Bisperode meint dazu: „Ich hoffe, noch sehr lange, glaube aber leider nicht mehr daran. Ich selbst bin seit sechs Jahren Nichtraucher, finde aber die ständige Bevormundung einfach schlimm. In einem Speiserestaurant ist es natürlich angenehm, wenn nicht geraucht wird. Aber der Espresso oder Capuccino (vielleicht auch Likör, falls dies nicht als Nächstes auf dem Index steht) lässt sich nun einmal mit einer Zigarette, auch in einem separaten Raum, mehr genießen. Ich finde die jetzt in Niedersachsen bestehenden Vorschriften ausreichend. Als ehemaliger Genussraucher finde ich vor allem, dass in den Cafés ohne den typischen Geruch sehr viel von der Atmosphäre verloren gegangen ist.“
Jacques Alémany aus Bad Pyrmont: „Vorweg: Ich bin Nichtraucher und bekomme keinen Bissen runter, wenn mir beim Essen der Rauch ins Gesicht geblasen wird. Ich musste vor ein paar Jahren ein Restaurant in Bad Pyrmont verlassen, weil zwischen Bestellung und Servieren die Luft von einem Trio am Tisch nebenan, die Zigarette auf Zigarette rauchten, so dick geworden war, dass essen nicht mehr möglich war. Wenn es nicht streng verboten ist, ist mit einer Rücksichtnahme der Raucher nicht zu rechnen. Seit dem Rauchverbot gehen wir öfter essen. Aber: Bei einer Abstimmung mit einer Beteiligung von 37,7 Prozent und einem Ergebnis von 61 Prozent pro , waren knapp 23 Prozent der Wähler dafür. Es ist keine Mehrheit. Fazit : Ich würde eine Regelung befürworten, in der es klar ersichtlich ist: Da ist ein „Raucher-Restaurant“, wo jeder paffen kann, soviel er will, oder da ist ein Restaurant, wo das Rauchen, ohne Ausnahme, verboten ist. Die Wahl hat der Gast!!!“
Gerlinde Kaudasch aus Hameln: „Ja, auch ich bin Nichtraucher und finde das Verbot in Bayern gut. Das alles wäre nicht nötig, wenn jeder Raucher ein wenig Rücksicht auf seine Mitmenschen nehmen würde. Ich glaube, dass auch ein Raucher sich nicht ohne Gegenwehr so einfach vergiften lassen würde, mit zum Beispiel Arsen im Essen oder Digitales in Essen, ist ja in geringen Mengen für gesunde Menschen auch nicht so schädlich. Und was ist ein dringliches Bedürfnis: Essen oder Rauchen? Von mir aus soll rauchen, wer rauchen will, aber mich und viele andere auch damit nicht schädigen. Dass Niedersachsen mal wieder alles für gut befindet, so wie es ist – nun ja, auch das wundert mich nicht, altbacken bleibt altbacken, auch wenn man eine junge Regierung hat. Und bloß nichts tun, was unangenehm ist, könnte ja Wähler sehr verstimmen. Nach dem Motto ,Augen zu und durch!‘“
Karl und Hannelore Goiczyk aus Hameln: „Nein, das strenge Rauchverbot sollte in den anderen Bundesländern keine Schule machen. Es sollte so bleiben, wie es ist. Der Nichtraucher wird nicht gezwungen, in ein Raucherzimmer – wenn vorhanden – zu gehen, um sein Bier oder Kaffee zu trinken. Uns beschleicht der Verdacht, dass Herr Frankenberger und seine Mitstreiter die DDR-Zeiten herbei sehnen, wo der normale Bürger ja auch schon entmündigt wurde. Egal ist ihnen auch, ob der Wirt in die Insolvenz oder der Kellner in die Arbeitslosigkeit geht. Fakt ist: So wie es jetzt ist, so soll es auch bleiben“.
Dr. Lutz Koch: „Die Hauptgeschäftsführerin der DEHOGA bemerkt zu dem Rauchverbot in bayerischen Gasthäusern: ‚..immerhin sind fast 90 Prozent der Betriebe bereits rauchfrei. Wir rechnen mit Umsatzeinbrüchen von 30 Prozent...das wird zu Insolvenzen führen.‘ Hier wird wieder mit der Keule der Arbeitsplatz-Verluste gedroht. Dabei werden wohl kaum in den kleinen Rauchereckkneipen 30 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Falls das so ist, müssten hier alle Kettenraucher und Alkoholiker anzutreffen sein. In Anbetracht der immensen Krankenkosten für Entzug und Heilung von Lungenkrankheiten, die bekanntermaßen in keinem Verhältnis zu dem Steueraufkommen dieser Branche stehen, wäre es wünschenswert, wenn dieser Personenkreis durch umständliches Rauchen im Freien veranlasst würde, weniger zu rauchen und zu trinken. Zum eigenen Wohle! In einer Demokratie ist es üblich, dass das Votum der Mehrheit akzeptiert wird, beziehungsweise der unterlegene Teil hätte die Zigarette und das Bierglas kurzfristig aus der Hand legen und gegen das Rauchverbot mit abstimmen müssen!
Eva Kunze aus Bad Pyrmont: „Wer raucht, ist dumm und lässt sich auch nicht belehren. Da steht neben den Zigaretten ,Rauchen kann tödlich sein!‘ – und trotzdem wird geraucht und somit viel Geld verprasst. Meistens wird dann bei den Wünschen der Kinder eingespart. Viele Menschen bekommen Krebs und andere Leiden. Raucher sind brutal und rücksichtslos – für mich dumm! Wo bleibt denn die Freiheit des Nichtrauchers? Täglich bläst mir irgendwo ein Raucher ins Gesicht. Der Nachbar vermiest mir meinen Balkon und fühlt sich noch im Recht. Mich empört die Meinung des bayrischen Fraktionschefs Brehen. Man sollte meinen, ein Mann in dieser Position wäre gewählt, sich um das Wohl der Menschen zu kümmern. Für die Dummheit der Raucher müssen wir Nichtraucher dann zahlen, wenn sie krank sind. Wie kann Herr Brehen so eine Meinung haben?“
Schreiben Sie uns Ihre Meinung und begründen Sie diese – entweder per Brief an die Redaktion des Hamelner Marktes / Pyrmonter Rundblick, Baustraße 44 in 31785 Hameln oder per Mail unter n.loedige@wrw-hameln.de. Wir freuen uns auf Ihre Meinung!