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Sein großer Traum ist eine Show in Las VegasStimmungskanone und Strahlemann: Roberto Blanco ist der Stargast beim Goldenen Sonntag in Bad Pyrmont.
Bad Pyrmont. Er wurde in Tunis als Sohn eines kubanischen Varietékünstlers geboren. In den 50er Jahren startete er in Deutschland seine Gesangskarriere, feierte mit „Ein bisschen Spaß muss sein“ und „Der Puppenspieler von Mexiko“ seine größten Erfolge. Am 5. September wird Schlager-Urgestein Roberto Blanco beim Goldenen Sonntag in Bad Pyrmont auftreten. Im Interview mit Guido Erol Hesse-Öztanil spricht der Entertainer über seine Erfolge, Träume und Roberto-Blanco-Parodien.
Herr Blanco, Sie sind 73 Jahre alt und über 50 Jahre im Showgeschäft. Wie halten Sie sich fit?
Ich habe gute Gene mitbekommen. Ich lebe normal, übertreibe nicht mit Alkohol, rauche nicht übertrieben, höchstens mal eine Zigarre, spiele Tennis und trainiere täglich meine Stimme. Ich liebe meinen Beruf, liebe das Reisen, live vor dem Publikum oder im Fernsehen aufzutreten. Das ist herrlich. Und Musik hält bekanntlich jung. Ich bin ein Mensch, der positiv denkt und das kommt auch in meinen Texten zum Ausdruck.
Wie wurden Sie entdeckt?
Ich war in den 50er Jahren Medizinstudent in Madrid. Als ich im Flieger nach Frankfurt saß, um meinen Vater zu besuchen, der als Varieté-Künstler im Parkhotel in Wiesbaden auftrat, lernte ich den Regisseur Alfred Weidenmann kennen. Er hatte sich in Spanien Locations für eine neue Produktion angeschaut. Weidenmann gab mir seine Visitenkarte und sagte mir, er suche genau solch einen Darsteller wie mich für seinen Film „Der Stern von Afrika“, der 1957 in die Kinos. Ich wurde engagiert und habe mein Studium aufgegeben. Nach meinem ersten Film nahm ich Gesangsunterricht und holte den ersten Preis beim ARD-Wettbewerb „Dem Nachwuchs eine Chance“. Daraufhin bekam ich einen Schallplatten- und Fernsehvertrag.
Geht einem die Rolle des ewigen Spaßmachers nicht irgendwann auf die Nerven?
Es ist keine Rolle, die ich spiele. Ich bin so. Ich könnte mein ganzes Leben nicht als Rolle nehmen und nur den Spaßmacher spielen. Das hält keiner aus und man wird unglaubwürdig. Es ist mein Glück, dass ich so bin. Das passt zu meinem Beruf.
Das heißt: Der private Blanco ist genauso wie der auf der Bühne?
Auf der Bühne bin ich ein Entertainer und privat bin ich ein Mensch mit einer positiven Einstellung gegenüber dem Leben. Natürlich bin ich kein Roboter. Es gibt Momente, wo ich glücklich oder traurig bin. Manchmal natürlich auch sauer, wenn etwas nicht geklappt hat. Viele sagen ja, die Komiker sind im Privatleben sehr ernst. Ich bin anders.
„Der Puppenspieler von Mexiko“ und „Ein bisschen Spaß muss sein“ waren ihre größten Hits. Die Fans erwarten, dass Sie immer wieder diese beiden Titel singen. Stört Sie das?
Nein, absolut nicht. Ich bin glücklich und froh, dass ich diese Hits hatte. Sie haben mir das Wohnzimmer der Menschen geöffnet. Das ist herrlich. Wenn die Leute mich sehen, fallen ihnen sofort diese Hits ein. Es wäre undankbar von mir, wenn ich sagen würde, ich kann diese Lieder nicht mehr hören. Ich wäre froh, wenn ich heute wieder solch einen Hit hätte. Ich bin seit 52 Jahren im Geschäft und habe in vielen Fernsehshows gezeigt, dass ich auch etwas anderes singen kann als Schlager. Ich habe Jazz, südamerikanische Songs und Balladen gesungen. Auch Swing.
Haben Sie noch einen Traum, den Sie sich erfüllen möchten?
Ja. Ich war oft in Las Vegas, wo ich meine großen Vorbilder wie Frank Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis jr. und Elvis Presley gesehen habe. Auch die großen Entertainer Tom Jones und Paul Anka. In Las Vegas würde ich gerne einmal auftreten und mich folgendermaßen angekündigt sehen: „Caesers Palace proudly presents Roberto Blanco.“ Und darunter müsste stehen: „Sold out!“ Ausverkauft!
Arbeiten Sie daran, diesen Traum zu erfüllen?
Ich hatte schon Angebote gehabt, die sich dann leider zerschlagen haben. Vielleicht klappt es eines Tages. Man darf nie aufgeben.
„Meine Hautfarbe hat mir sehr geholfen“, haben Sie einmal in einem Interview gesagt. Was meinten Sie damit?
Als meine Karriere begann, gab es nur die ARD. Damals waren die Peter-Frankenfeld-Shows die Straßenfeger. Ich war der einzige Farbige, der dort damals aufgetreten ist. Was glauben Sie, wen die Leute danach immer wieder erkannt haben?
Sie werden mittlerweile auch parodiert. Können Sie darüber lachen?
Kommt auf den Parodist an. Wenn man soweit ist, dass die Leute einen parodieren, ist das natürlich ein Zeichen von Erfolg. Wenn ich unbekannt wäre, würde ja keiner mich parodieren. Es gibt viele, die mich nachmachen. Doch gilt: Oft kopiert, nie erreicht.
Gibt es eine Rolle, die Sie gerne noch einmal spielen würden?
Ja, Othello. Othello ist eine Person, die leider durch einen falschen Freund zum Mörder wurde. Othello ist eine Traumrolle für jeden Farbigen.
Was ist das Geheimnis Ihres lang anhaltenden Erfolges?
Wenn ich das Erfolgsrezept kennen würde, wäre ich reicher als der reichste Mann der Welt. Ich danke Gott jeden Tag, dass mich die Leute noch sehen wollen. Und man sollte nicht vergessen: Qualität setzt sich immer durch.
Sie waren beim Tag der Niedersachsen in Hameln und haben dem jetzigen Bundespräsidenten Wulff ein Geburtstagsständchen gesungen. Haben Sie schon einmal Bad Pyrmont besucht?
Ich bin in Bad Pyrmont in den 80er Jahren aufgetreten. Das ist eine wunderschöne Stadt.
Worauf dürfen sich die Besucher des „Goldenen Sonntag“ freuen?
Es wäre schön, wenn an diesem „Goldenen Sonntag“ die goldene Sonne scheint und die Zuhörer gute Laune mitbringen und wenn nicht, werde ich dafür sorgen.
Den „Puppenspieler“ haben Sie auch im Gepäck?
Natürlich. Auch „Ein bisschen Spaß“ und viele weitere Lieder…
Roberto Blanco im Interview / Entertainer tritt in Pyrmont auf