Lokales

Sonne liefert Strom aus dem Schulzentrum
Bad Pyrmont (red). Vor wenigen Tagen wurde im Pyrmonter Schulzentrum zwischen dem Lehrerzimmer des Humboldt-Gymnasiums und dem ehemaligen OS-Gebäude eine hochmoderne Photovoltaik-Anlage zur Stromgewinnung in Betrieb genommen. Die Anlage verfügt über 42 Solarzellen und hat eine Größe von rund elf mal fünf Metern. In der Spitze kann sie 7,34 kW leisten. Die erwartete Jahresarbeit liegt bei 8500 kWh und vermeidet damit rund 7533 kg CO 2.
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Bürgermeisterin Elke Christina Roeder, Schulleiterin Claudia Herrmann und Stadtwerkechef Dieter Boldt (v.l.) freuen sich über die neue Anlage.

Fördermittel beantragt

Ursprünglich war der Auftrag von der Politik an die Stadtwerke Bad Pyrmont ergangen, im Rahmen der anstehenden Sanierung des Humboldt-Gymnasiums eine Photovoltaik-Anlage im Schulzentrum mit vorzusehen. Aufgrund der Verzögerungen mit der Sanierung forcierte das lokale Energieversorgungsunternehmen seine Planungen und Vorbereitungen für den Bau der Photovoltaik-Anlage, um noch in den Genuss von Fördermitteln des Bundes zu kommen, denn der erzeugte Solarstrom wird nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) vom Energieversorger über 20 Jahre zu einem festgelegten Tarif abgenommen und vergütet. Durch die Beschlüsse der Bundesregierung sollten die Vergütungssätze für Solarstrom bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen zum 1. Juli 2010 um 16 Prozent gesenkt werden. „Diese Fördermittel wollten wir jedoch noch in voller Höhe nutzen“, so der Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Pyrmont, Dieter Boldt, „auch wenn dieser Termin zurzeit durch die Anrufung des Vermittlungsausschusses nicht mehr relevant ist“.

Bei der Konzeption der neuen Anlage wurde Wert darauf gelegt, möglichst modernste Technik mit hoher Effizienz in der Energiegewinnung zu installieren. „Denn wie viel eine Photovoltaikanlage letztendlich einbringt, hängt nicht nur von der momentanen Leistungsfähigkeit ab, sondern vor allem davon, wie gut und lange diese Leistung aufrechterhalten wird“, sagt Boldt.

35 Prozent höhere Ausbeutung

Zu den besonders effizienten Anlagen der direkten Elektroenergiegewinnung gehören die dem Sonnenstand nachgeführten Photovoltaik-Anlagen. Ein Motor sorgt dabei dafür, dass die Solarkollektoren synchron ständig optimal auf den Sonnenstand ausgerichtet sind. Um die solare „Ernte“ über den gesamten Tagesverlauf zu optimieren, wurden die Solarmodule auf in der vertikalen und/oder horizontalen beweglichen Stahlgerüsten installiert. Das führt zu einem bis zu 35 Prozent höheren Energiegewinn gegenüber starr montierten Anlagen. Die Anlage hat eine hohe Umweltverträglichkeit; zudem wird bei der Montage auch kaum Boden versiegelt.

Stadtwerke investieren 30 000 Euro

Der durch die Sonneneinstrahlung erzeugte Strom wird in das Niederspannungsnetz der Stadtwerke eingespeist. Die physikalischen Vorgänge dieser Energiegewinnung sind so transparent, dass die Daten auch im Physik-Unterricht des Schulzentrums genutzt werden können.

Zur Finanzierung der Anlage ist eine Investition von 30 000 Euro erforderlich, die von den Stadtwerken Bad Pyrmont erbracht werden. Die notwendigen Geräte und Programme zur Einbindung in den Unterricht des Humboldt-Gymnasiums werden von einem Sponsor finanziert.

Moderne Photovoltaik-Anlage der Stadtwerke Pyrmont
Artikel vom 21.07.2010 - 15.44 Uhr
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